Optische Täuschung – wenn das Gehirn sich irrt

Wenn Sie sich das Bild links anschauen, können Sie sagen, welcher der senkrechten Striche länger ist?
Sie denken der linke? Falsch! Hier spielt uns unser Gehirn einen Streich. Die Linien sind genau gleich lang.

Diese optische Täuschung wird Müller-Lyer-Illusion genannt. Die rechte Linie sieht kürzer aus als die linke, da die nach innen gekippten Pfeilspitzen die Form als kompakter erscheinen lassen.

Optische Täuschungen können uns zeigen, wie unser Gehirn funktioniert. Was wir sehen, ist nicht einfach zu 100% wahr, sondern das Resultat verschiedener Vorgänge im Gehirn. Wenn wir beispielsweise einen Baum sehen, wird dieser auf unserer Netzhaut abgebildet und über Nervenimpulse an unser Gehirn weitergeleitet. Diese Nervenimpulse müssen dann vom Gehirn wieder zu einem ganzen Bild „zusammengesetzt“ werden. Erst dann nehmen wir einen Baum wahr.

Die Müller-Lyer-Illusion ist ein Beispiel dafür, wie sich unser Gehirn beim „Zusammensetzen“ von verschiedenen Informationen täuschen kann.
In Alltagssituationen passiert dies jedoch praktisch nie. Es sind vor allem künstliche Abbildungen, die zu solchen optischen Täuschungen führen.

Weitere Beispiele für optische Täuschungen sehen Sie hier oder im Museum der optischen Täuschungen, dem Illusoria-Land in Hettiswil BE.

(Quelle Text: simplyscience.ch; Bild: Müller-Lyer-Illusion)