Volkskrankheit Depression

Eine im Auftrag der Werner Alfred Selo Stiftung durchgeführte, repräsentative Umfrage zeigt: Die Schweizer Bevölkerung weiss immer noch sehr wenig über Depression. Dabei leiden über 20 Prozent der Menschen an Depressionen. Psychische Belastungen entstehen vor allem im Arbeitsumfeld, aber auch bei älteren Menschen und bei Jugendlichen. Um der Stigmatisierung der Betroffenen entgegenzuwirken, fordert die Stiftung im Rahmen einer Motion von Nationalrat Andy Tschümperlin (SP) die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage sind:

Kaum Tiefenwissen: Obwohl Depression in aller Munde ist, kennen Herr und Frau Schweizer Depression meist nur als schwammiges Schlagwort, wissen aber nichts Genaueres über Ursachen, Symptome und Verläufe der immer weiter verbreiteten Volkskrankheit. Über 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung – ca. 800’000 Menschen – wissen nicht einmal, was Depression ist.

Männer und Ältere haben Berührungsängste: Männer und ältere Menschen schweigen das Thema Depression häufiger tot, während Frauen und Jüngere offener darüber sprechen und auch besser informiert sind. Generell gilt: Je jünger die Menschen sind, desto offener gehen sie mit dem Thema Depression um.

Arbeitsbelastung steigt: Unter den Ursachen für Depression haben Stress, Arbeitsbelastung und eine gefühlskalte Umwelt massiv zugenommen.

Romandie in Abwehrhaltung: Die Westschweizer zeigen sich dem Thema Depression gegenüber generell verschlossener als die Deutschschweizer. Sie zeigen weniger Verständnis für das Erleben von Betroffenen und nennen Willensschwäche, Verweichlichung und Stoffwechselstörungen öfter als Ursachen.

Weitere Informationen:
Eine Zusammenfassung der repräsentativen GfS-Umfrage finden Sie hier als pdf-Datei.